A,B,C oder D? (Beitrag zur Blogparade `Mein Körper und ich ´)

Die liebe Fee hat auf ihrem Blog ein sehr bewegendes Thema angesprochen: ihre Krankheit, ihren Körper und die damit verbundenen Schattenseiten und hat zu mehr Mut animiert. Mut zu seinem eigenen Körper zu stehen und sich nicht zu verstecken. „Mein Körper und ich“ heißt ihre Blogparade und sie möchte dazu aufrufen Geschichten zu sammeln.

Ich möchte gerne auch ein paar Worte dazu äußern. Vorab: es handelt sich bei mir um „Luxusproblemchen“ und ich möchte mich auf keinen Fall auf eine Stufe stellen mit Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen, Krankheiten oder oder unter ihrer Haut/ihrem Körper leiden. Ihr da draußen habt meinen vollen Respekt <3

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Ich bin selbstbewusst und mit meinem Körper im Einklang. Ich habe jedes Speckpölsterchen an mir akzeptiert, kenne aus jedem Blickwinkel meine Cellulite und weiß genau, wann im Monat ich mehr Make Up  benötige, weil die Haut sehr unrein ist. Ich habe mich damit abgefunden, dass man ab 30 nicht mehr die Haut eines Teenagers hat, sich über Anti-Age-Produkte informiert und jede Stunde weniger Schlaf kaum noch mit einem Concealer zu kaschieren ist.

Ich habe zwei wundervolle Kinder geboren. Habe die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft akzeptiert, die Stillzeit genossen und fand mich nie weiblicher. Jede Veränderung meines Körpers durch die beiden Schwangerschaften habe ich angenommen, denn ich habe dafür meine beiden Wunder <3

Geht die Waage mal wieder etwas nach oben, versuche ich disziplinierter Sport zu machen und auf meine Ernährung zu achten. Das kann ich selber beeinflussen und es liegt in meiner Hand.

Ich stehe zu meinem Körper, trage enganliegende Sachen, am Strand Bikinis und versuche für meine Kinder – vor allem für meine Tochter – Vorbild zu sein. Ihr zu zeigen, dass die wahre Welt abseits der Modebranche und PhotoShop stattfindet. Das eine Kleidergröße Zero nicht ausschlaggebend dafür ist, wer wir sind und wer an unserer Seite steht.

Alles perfekt also… wäre da nicht etwas… ein Stück über der Körpermitte, was ich nicht beeinflussen kann: meine Oberweite.

Die Spuren der letzten Jahre sieht man am meisten an meinem Busen. Was einst stand wie eine 1, hängt nun bis… na ja, lassen wir das… es hängt halt. Von Körbchengröße D bin ich bei A angekommen, wobei ich überhaupt nur ein Körbchen brauche für die Haut und die Brustwarze. Das typische Phänomen wie bei einigen Frauen nach dem Abstillen ist aufgetreten: die Luft ging quasi zusammen mit der Milch raus. Und diese Talfahrt habe ich gleich zweimal erlebt: von D auf A, wieder auf D und zurück zu A.

Ich steh darüber, mache Witze und kann mich ohne Probleme im Spiegel betrachten. Und trotzdem „verstecke“ ich sie in der Öffentlichkeit mit einer Mogelpackung. Meine Wäscheschublade besteht fast ausschließlich aus wattierten BH´s bzw. alle möglichen Push-Up-Varianten.

Mein Problem geht nicht soweit, dass ich über ernsthafte kosmetische/chirurgische Eingriffe nachdenke, aber es ist präsent – mal mehr und mal weniger. Dekoltees anderer Frauen werden bewundert, man stellt sich die Frage, ob es dem eigenen Mann noch anspricht und man versucht es zu verbergen.

Natürlich ergeben sich durch eine weniger üppige Brust Vorteile: Ich kann Standart-Modelle in den gängigen Modehäusern kaufen, die Sport-BH´s beim Discounter im Angebot und beim Joggen stört definitiv nichts. Gerade Frauen, die eher in die andere Richtung mit Problemchen kämpfen, werden an dieser Stelle laut aufrufen „Sei froh!“.

Kommt man mit anderen Frauen auf dieses „Problemchen“ zu sprechen, findet man schnell Gleichgesinnte. Ich bin nicht die Einzige und es ist ja eigentlich auch nichts dramatisches. Ich habe es in Kauf genommen für die Kinder. Trotzdem finde ich darf man auch mal darüber fluchen und es kacke finden.

Ich vermisse meine üppige Oberweite. Vielleicht vermisse ich aber auch nur das Gesamtpaket dahinter: die Schwangerschaft, die Stillzeit, das Gefühl von Weiblichkeit. Aber ich vermisse sie. Und auch wenn ich mich weiblich fühle und selbstbewusst auftrete: ohne Schminke raus kein Problem, aber ohne wattierten BH geh ich nicht den Müll rausbringen.

5 KOMMENTARE

  1. Dein Beitrag berührt mich genauso, auch wenn du wie du selbst sagst, keine heftigen Schicksalsschläge oder Krankheit zu verarbeiten hast. Er berührt mich, weil ich spüre wie glücklich du mit deinem gewählten Leben bist und ich bewundere, dass du für deine Kinder ein Vorbild sein willst, ihnen ein besseres Körpergefühl vermittelst, damit sie sich später nicht diese Gedanken machen müssen wie wir heute. Genau das ist auch meine Hoffnung, auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe.

    Du wirkst auf mich sehr sympathisch und ein bisschen Schummeln ist erlaubt, denke ich. Schließlich sollte man sich wohlfühlen und wenn es bei dir nur mit Push-up geht, warum nicht. Musst dir deswegen sicher keinen Kopf machen, besser als wenn du in Erwägung ziehen würdest, dich unters Messer zu legen.

    Mach weiter so, du bist toll, was ich so erkenne kann.

    Viele Grüße, Silke

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