…planen wir unser Essen (Wochenplan für den Familientisch strukturieren)

Ein etwas detaillierterer Einblick in unsere Wochenplanung und meine persönlichen 5 Tipps

Zu meinem Weg Wochenpläne zu notieren (und auch einzuhalten ;-)) bin ich bereits vor Jahren gekommen als ich beruflich mit Jugendlichen aus sozialschwachen Familien regelmäßig im Haushaltsunterricht gekocht habe. Ich wollte den Kids einen Weg aufzeigen günstig und gesund zu planen und zu kochen.

Über unseren Wochenplan im allgemeinen hatte ich euch bereits hier schon ein wenig berichtet. Viele mögen so einen starren Plan eventuell nicht, für uns ist das aber der richtige Weg abwechslungsreich zu kochen, kreativ zu sein und Zeit und Geld zu sparen. Gleichzeitig beobachte ich an uns eine viel größere Nachhaltigkeit Lebensmitteln gegenüber. Wir schmeißen kaum etwas weg und achten gerade bei Fleisch viel mehr auf Qualität, da es nur noch ein- bis zweimal in der Woche auf unseren Tisch kommt.

Und wenn an einem Tag alles mal schief läuft, dann kann ich immerhin ohne schlechtem Gewissen den Pizzaservice anrufen… ich hab es ja zumindest versucht 😉

Vorab: meine Planung ist an meine momentane familiäre Situation angepasst und kein Maßstab. Ich bin im 2.Jahr der Elternzeit und habe mittags natürlich zeitlich ein größeres Fenster als wenn ich berufstätig wäre (zumindest in der Theorie ;-)).

Meine Planung startet meist im Kopf sonntags, wenn ich meine Woche strukturiere. Da wir zur Zeit unsere Familienzeit am Wochenende ausgiebig nutzen und es uns auch essenstechnisch sehr gut gehen lassen, hat sich gezeigt den Montag mit „Resten“ (meist vom Braten o.ä.) einzuplanen und lediglich Beilagen neu zu überlegen. Somit findet mein Großeinkauf für die Woche entweder Montagabend (manchmal sogar mit dem Luxus ganz alleine ;-)) oder Dienstagvormittag statt. Um Getränke kümmert sich einmal in der Woche mein Mann (meist Wasser, naturtrüber Apfelsaft, Milch, Cola und bei besonderen Anlässen weiteres). Hygieneartikel wie Windeln, Toilettenpapier, Küchenrolle, Waschpulver und Co kaufen wir meist am Anfang des Monats ein. Unsere Kosten insgesamt belaufen sich etwa auf 350€ im Monat, wobei dabei auch oft kleinere „Luxusgüter“ wie Kosmetik oder Food-Trends, die man probieren möchte, aber nicht notwendig sind, in den Einkaufswagen wandern 😉 Für all unsere Mahlzeiten plane ich etwa 10€ täglich ein.

Natürlich kann ich keinen „Musterplan“ geben und man kann gerade bei der Menüauswahl noch mehr sparen. Dieser Weg ist für uns jedoch der richtige und passt zu meinen „Ansprüchen“ an unsere Ernährung. Wir mögen nicht gerne zwei Tage hintereinander das selbe Gericht essen, daher koche ich täglich. Sollten doch zu viele Reste übrig sein, nimmt mein Mann diese mit zur Arbeit. Ebenso brauche ich mittags etwas Warmes im Bauch, sonst erwische ich mich dabei mich völlig falsch und vor allem schlecht (!) zu ernähren. Tiefkühlprodukte verwende ich nicht oft (Ausnahmen sind Fisch, Kräuter, Buttergemüse, Erbsen oder Bohnen) und Fertigprodukte kommen nur selten auf unseren Tisch (meist nur Pesto oder Tortellini o.ä.). Daher kann ich nur Tipps über unseren Weg geben.

Ich habe einmal versucht meine 5 Tipps aufzuschreiben:

1.Saisonal einkaufen

So sehr meine Mäuse Obst auch lieben, aber im Winter überteuerte Melone oder Heidelbeeren zu kaufen vermeide ich. Ich versuche mit am saisonalen Obst und Gemüse zu orientieren. Nicht ausschließlich, denn dafür lieben wir Bananen und Avocados zu sehr, aber zumindest im Ansatz. Und sind wir mal ehrlich: Wirsing schmeckt bei 30 Grad im Sommer ja auch nicht so toll 😉

2.Vorausschauend planen 

Oft verwende ich ein Lebensmittel zweimal im Wochenplan (diese Woche lasse ich z.B. ein paar Blumenkohlröschen vom Risotto am Montag für die Suppe am Dienstag übrig). Von dem Gemüse nehme ich oft einen Teil für abends als Rohkostbeilage (z.B. brauche ich Freitag nur die Hälfte der Gurke und der Radieschen). Manchmal plane ich bewusst „Reste“ ein. Ich koche z.B. extra mehr Reis für ein Gericht, damit ich am nächsten Tag Bratlinge damit machen kann oder Bratreis mit Ei usw.

3.Auf Angebote achten (aber nicht die Qualität außer Acht lassen!)

Natürlich ist es ratsam auf Angebote zu achten, jedoch sollte man nicht an den falschen Ecken sparen. Gerade was Fleisch betrifft! Ich habe auch schon bei Obst und Gemüse den Fehler gemacht und habe größere Mengen von schlechter Qualität gekauft (eine Kiste) statt nur 2-3 Stücke guter Qualität (am Beispiel der ersten Mandarinen diese Saison) und habe mich sehr geärgert, weil ich etwas weggeworfen habe. Trotzdem ist es ratsam die Augen aufzuhalten. Obst und Gemüse habe ich übrigens auch schon am Ende eines Markttages sehr, sehr günstig bekommen.

4.Abwechslungsreich kochen

Dadurch das ich oft neues ausprobiere wird es nie langweilig bei uns auf dem Tisch. Manchmal freut man sich dann sogar über simple Gerichte ohne viel Drumherum (sowohl die Esser als auch die Köchin 😉

5.Günstige Gerichte in die Woche einbauen

Und sollte die Kasse wirklich mal etwas knapp sein, dann kann man „Spargerichte“ einbauen wie Eintöpfe, Suppen, Bratkartoffeln, Nudeln etc.

Unsere aktuelle Woche:

Um euch ein konkretes Beispiel zu geben, dokumentiere ich euch die aktuelle Kalenderwoche (KW 49) einmal etwas genauer unseren Familientisch mittags. Wir sind 2 Erwachsene, 1 Kind, 1 Kleinkind (alle gute Esser meistens) und haben zwischendurch den ein oder andere Gast am Tisch. Das ist aber bei den meisten Gerichten nicht so tragisch und bisher ist hier niemand hungrig vom Tisch aufgestanden.

Morgens frühstücken wir unter der Woche nicht viel (Joghurt mit Müsli, Cornflakes oder ein Toast/Brötchen). Die Kinder essen meist Kinder-Früchte-Müsli, etwas Obst oder ein Milchbrötchen. Die Große frühstückt dann noch einmal im Kindergarten (wird dort angeboten) und Mini vormittags gerne nochmal etwas Obst (Bananen sind hier sehr beliebt). Am Wochenende darf es auch einmal etwas ausgiebiger sein mit Eiern oder Pancakes. Nachmittags gibt es mal Kekse oder ein Stück Kuchen, manchmal ein Milchshake mit Obst oder einen Joghurt. Abends essen wir die Reste vom Mittag und Brot mit Käse/Rohkost. Das Obst/Gemüse kaufe ich beim Discounter oder im türkischen Supermarkt. Gerade saisonales Obst/Gemüse bekommt man aber auch auf dem Wochenmarkt zu fairen Preisen. Fleisch kaufe ich beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt bei einem Fleischer meines Vertrauens.

Auflistung für Montag bis Freitag:

Basiszutaten dieser Woche sind: Reis (Risottoreis liegt bei etwa 2 €, jedoch könnte man auch simplen Milchreis für 50 cent nehmen), Kartoffeln (ca. 2 €), Buchstabennudeln (40 cent), Eier (ca. 2€), Mehl

Außerdem: Blumenkohl (1€), Möhren (ca. 1 €), TK-Blattspinat (ca. 2€), Zucchini (ca. 60 cent), Porree (2 Stangen ca. 1,10 €), Hähnchenbrust (ca. 4 €), Creme fraîche (2 mal, ca. 1 €). Parmesan (ca. 3€), gestückelte Tomaten (ca. 85 cent), Feta (1,70 €), Nüsse (ca. 2,50€), Kidneybohnen (90 cent), Gurke (40 cent), Radieschen (50 cent), Quark, Kräuterfrischkäse

immer vorrätig: Kräuter, Gewürze, Gemüsebrühe, Milch, Butter, Öl

Montag: Blumenkohl-Risotto (mit dem Rest der Rouladen vom Vortag); etwas Blumenkohl lasse ich für die Suppe am Mittwoch übrig = ca. 4,50 € (Blumenkohl, Risottoreis, etwas Parmesan)

Blumenkohlrisotto
Blumenkohlrisotto

Dienstag: Empanadas mit Porree-Hähnchen-Füllung, Bohnen-Hähnchen-Füllung und Rotkohl-Nuss-Füllung (Rotkohl von Sonntag); etwas Porree lasse ich für die Suppe am Mittwoch übrig = ca. 7 € (Hähnchen, Apfel-Rotkohl (von Sonntag), Nüsse, Porree, Creme fraîche, Kidneybohnen, Mehl, Öl/Butter)

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Empanadas

Mittwoch: Buchstabensuppe mit Eistich; ein paar Möhren lasse ich für Freitag übrig = ca. 3,50 € (Möhren, Porree, Zucchini, Buchstabennudeln, Eier, Milch)

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Buchstabensuppe

Donnerstag: Überbackene Spinat-Pfannkuchen = ca. 4,50 € (Mehl, Eier, Milch, Kräuterfrischkäse, Spinat, Tomaten, Feta)

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Überbackene Spinatpfannkuchen

Freitag: Kartoffel-Gemüse-Puffer mit Dipp = ca. 4 € (Kartoffeln, Eier, Stück Zucchini, Möhren, Quark, halbe Gurke, einige Radieschen, Zwiebel)

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Kartoffel-Gemüse-Puffer

Am Wochenende wird es wohl ein Pastagericht geben und etwas mit den restlichen Kartoffeln.

Ich hoffe ich konnte euch so einen kleinen Einblick geben wie ich unseren Wochenplan strukturiere und euch motivieren nachhaltiger einzukaufen.

Ich würde mich über eure Planung freuen. Schreibt mir doch einfach. Geht ihr ähnlich vor oder plant ihr ganz anders?

Eine Übersicht unserer bisherigen Wochenpläne findet ihr übrigens hier.

Unsere bisherigen günstigen Gerichte habe ich versucht zu markieren. Ihr findet sie hier. Natürlich gibt es immer noch einen günstigeren Weg.

7 KOMMENTARE

  1. Ich plane sonntags auch immer für die ganze Woche und gehe Montag und Donnerstag einkaufen. Deine Bilder und Rezepte inspirieren mich immer wieder und so kommt immer wieder etwas neues auf den Tisch. Mit den Kosten für den Einkauf komme ich in etwa genauso hin, klar ist es manchmal mehr, zum Beispiel wenn es Backartikel gibt ( mein Kryptonit 😉 )

    • Hallo Sarah,
      danke dir <3 deine Planung klingt doch super. Und Ausnahmen bestätigen bekanntlich ja die Regeln 😉 Hier sind immer die Geburtstagsmonate etwas kostspieliger... vor allem, weil ich auch immer viel zu viel einplane. Aber so ein Geburtstag ist ja auch nur einmal im Jahr 😉

      LG, Sarah

  2. Danke für deinen ehrlichen Artikel! 350€ für 4 Personen find ich wahnsinnig wenig, wenn ich allein an Babyprodukte für unsere „halbe“ Person gerade denke.
    Außerdem gibt’s bei uns mehr Fleisch und Wein ;-). Aber deine Rezepte sind definitiv eine Quelle für unseren veganen/ vegetarischen Dienstag im Wochenplan (man muss die fleischfressende Pflanze ja langsam heranführen…). Son Attila Hildmann koche ich auch gerne, aber wenn ich da die Produkte am besten im Reformhaus oder Bioladen kaufe, zahle ich ja 350€, um einmal alle Basics an Nüssen, Mandelmus, Räuchertofu, etc. zu haben. Da gefallen mir deine fleischlosen Rezepte besser und auch dem Männe hat es bisher nicht an Fleisch gefehlt.
    Wir machen den Plan übrigens für abends, weil zur Zeit da der Zeitpunkt für unsere gemeinsame warme Hauptmahlzeit ist ;-)! Mach uns weiter hungrig!

  3. Hallo Sarah!
    Vielen Dank für deine Mühe ! Ich habe mich ja schon richtig auf diesen Betrag gefreut !
    Ich versuche jetzt seit 3 Wochen , freitags einen Wochenplan zu machen und mache dann samstags den großen Einkauf . Ich muss ehrlich gesagt sagen, mir fällt es echt schwer :-/ es fängt schon beim Schreiben des Einkaufszettels an: ich überlege mir Gerichte , überlege , wann es schnell gehen muss , wann ich für 4 oder 2 Personen koche , ob ich für 2 Tage vorkoche . Dann kommt die für mich größte Herausforderung : ich schreibe alle Zutaten raus aus den Rezepten , gucke was im Discounter und was im edeka gekauft wird und versuche dann die Liste noch mal so zu schreiben , dass ich in Gedanken die Gänge ablaufe, um nicht hin und her zu rennen . Weißt du was ich meine? Und dann kommen ja auch die Dinge hinzu , die man sonst noch so braucht und ich mache einen extra Zettel mit den Dingen , die man vielleicht noch Mitte der Woche frisch holt.
    Hast du da auch noch einen Tipp oder machst du es ähnlich ?
    Liebe Grüße,
    Sabina

    • Hallo Sabina,
      danke für deinen lieben Kommentar und Einblick in deine Planung. Das hört sich doch schon sehr gut an. So ähnlich mache ich es ja auch und man gewinnt mit der Zeit eine Routine. Unsere alltäglichen Sachen (Brot, Aufschnitt…) packe ich schon aus Gewohnheit immer ein (z.B. jedes Mal wenn ich im DM bin, nehme ich direkt ein Kindermüsli mit…). Das es manchmal etwas zeitaufwändiger ist, da geb ich dir recht. Aber die Zeit spart man einfach an andere Stellen meiner Erfahrung nach.
      Viel Erfolg dir weiterhin.
      LG, Sarah

  4. Vielen Dank für den Einblick in die Wochenplanung.
    Wir versuchen auch immer im Voraus zu Planen, um im Endeffekt Lebensmittelmüll und Geld zu sparen.
    Vor allem War für mich aber noch mal der Hinweis toll, welche Gerichte wieviel kosten. Ich spare nämlich gerade aktiv auf den „Luxus“ zwei Jahre voll für das zweite Kind und damit natürlich auch (wieder mehr) für den großen zu Hause bleiben zu können.
    Schau auch gerne mal bei unserem foodblog vorbei, vielleicht ist ja auch für dich was interessantes dabei.
    Liebe Grüße, Natalie

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